Karl-Heinz Müller
Inhaber des Sanitätshauses Sittler
Guten Tag Herr Müller, Sie haben heute etwas zu berichten, was sich zunächst erst einmal etwas unglaubwürdig anhört. Erklären Sie uns den Hintergrund der NeuroRehabilitation.
Wir alle kennen jemanden, der nach einem Schlaganfall in seinen Bewegungen eingeschränkt ist oder eine Person, die mit der Multiple Sklerose-Krankheit lebt oder vielleicht ein Kind, welches unter einer Zerebralparese leidet und deshalb bewegungseingeschränkt ist.

Aber sind dann diese Krankheiten jetzt plötzlich heilbar?
Nein! Heilbar ist der falsche Ausdruck. Aber die Symptome können so beeinflusst werden, dass die einschränkende Wirkung aufgehoben wird und es sich wie eine Heilung anfühlt.

Ohne Ihre Aussage zu belächeln - heißt das, Rollstuhlfahrer können wieder gehen?
Es ist schwer zu glauben, wenn man es nicht selbst gesehen hat! Aber was wir in der modernen Medizintechnik heute erreichen können ist unglaublich und mit Worten nur schwer zu beschreiben. Aber ja, unter bestimmten Vorraussetzungen können Menschen, die teilweise auf den Rollstuhl angewiesen sind, wieder auf die Beine gebracht werden.

Herr Müller, Sie sind seit 33 Jahren Orthopädietech.-Meister, erklären Sie, was es mit der Technik auf sich hat.
Bei einer Einschränkung des Bewegungsapparates sind in der Regel die Nervenbahnen unterbrochen, bzw. nicht mehr zu 100% in ihrer Funktion als Nachrichtenüberbringer tätig. Diese Aufgabe übernimmt nun beispielsweise eine Manschette, welche Impulse an die Muskulatur sendet, die von den Nervenbahnen nicht mehr erreicht werden.

Wie kann eine Manschette wissen, wann ein Bein einen Schritt machen soll?
Das ist komplizierte HighTech. Ob ein Hilfsmittel tatsächlich geeignet ist und ob der Patient in der Lage sein wird, die Funktionalität eines Produktes voll auszuschöpfen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die körperliche Verfassung, die Fitness und eine detaillierte ärztliche Untersuchung. Zusammen mit dem Neurologen, den Therapeuten, dem Sanitätshaus Sittler und den Produkt-Entwicklern der Fa. OttoBock lassen sich jedoch außerordentlich faszinierende Ergebnisse nachweisen.

Können Sie diese Ergebnisse noch näher beschreiben?
Davon zu berichten fällt nicht leicht. Aber wie so oft im Leben, sagen Bilder mehr als 1000 Wort, daher kann ich empfehlen, die verblüffenden Beispiele der Neurorehabilitation auf unserer Internetseite zu erleben. Unter “Sittler.de“ haben wir einige Informationen und Videos zum Thema eingestellt.

Wovon wird hier berichtet?
Zum einen zeigt sich, wie bei dem 7-jährigen Julius, der von Geburt an unter einer rechtsbetonten Infantilen Zerebralparese leidet, die Bewegungsfreiheit nahezu uneingeschränkt wieder hergestellt werden konnte. Ein weiteres Beispiel ist der 52-jährige Dirk, der nach einer Hirnblutung zunächst bewegungsunfähig war und sich ins Leben zurück gekämpft hat. Unter anderem mit Hilfe der NeuroRehabilitation bewältigt er seinen Alltag ohne Einschränkung. Eine Chance für alle Menschen mit neurologischen Einschränkungen. Vielen Dank Herr Müller, für diese eindrucksvollen neuen Erkenntnisse und das Gespräch.